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[BILD] ITM GroovTube Dieter Bauer

Dieter Bauer

Graz (A)

Gerät: ITM GroovTube

Als vorbildliche Lösung veröffentlicht in "praktiker" Nr. 7 / 2006.


Liebe "praktiker"-Redaktion,

Die Konstruktion meines ITM GroovTube ist zwar bei weitem nicht so aufwendig wie der Vollverstärker, ich bin aber im Großen und Ganzen sehr zufrieden damit.

Vor allem in puncto Wirtschaftlichkeit und Thermik finde ich das Gerät ausgereifter als bei meinem ITM BicepTube. Das Design ist natürlich ein gänzlich anderes, was auch meine Intention war.

Den Werdegang möchte ich folgendermaßen beschreiben:

Nachdem der Vollverstärker ITM BicepTube fertiggestellt war, wurde ich natürlich mit den weiteren Teilen meiner Stereoanlage nicht mehr recht glücklich. Wenn man einmal vom HiFi-Virus befallen wurde, gibt es wohl kein Halten mehr ...

Deswegen wurde als Erstes die Haupt-Signalquelle, mein alter Aiwa-CD-Spieler durch einen hochwertigen Spieler von NAD ersetzt. Das brachte einiges an Tonqualität, wie sich durch die glasklare Verstärkung des ITM BicepTube sofort herausstellte. Als Nächstes kamen dann natürlich die Lautsprecher, meiner Meinung nach die wichtigsten Bestandteile einer HiFi-Anlage, an die Reihe. Nach einiger Zeit des Suchens und des Probehörens in div. HiFi-Studios, tendierte ich immer stärker zu den - im "praktiker" vorgestellten - Lautsprechern von "Pure Dynamics". Nach einer Hörsession in Wildon (Nähe Graz) war ich dann endgültig überzeugt, dass die Pure Dynamics HT4 genau die richtige Wahl für mich sind. Entscheidend war zum Einen natürlich die außerordentliche Qualität und zum Anderen aber auch die Möglichkeit das Gehäuse selbst herzustellen und die damit erreichbare Wirtschaftlichkeit.

Nun war mein Glück eigentlich perfekt, aber genug hatte ich noch lange nicht (wie bereits erwähnt, der HiFi-Virus ...). Durch einige Zufälle begann ich mich für analoge Schallplatten zu interessieren, was natürlich einen adäquaten Phonovorverstärker voraussetzt. Da ich mit dem ITM BicepTube ausgezeichnete Erfahrungen gemacht hatte, war es für mich eigentlich klar, den ITM GroovTube in Angriff zu nehmen. Und wie beim Vollverstärker, sollte es auch diesmal wieder ein voller Erfolg werden!

Wie schon beim ersten Mal war die Elektrik eigentlich kein Problem, obwohl ich auch wieder die Platine selber ätzte. Dank der guten Anleitung ist es auch für Elektronik-Unbedarfte (wie mich z.B.) möglich, die Bestandteile zu besorgen und die Schaltung sauber zu verlöten.

Kleinere Missgeschicke passieren natürlich (an Röhrensockeln mit eingesetzter Röhre sollte man nach Möglichkeit nicht herumlöten ...), aber man ist ja lernfähig :-)

Da ich einen reinen Phonoverstärker bauen wollte, konnte ich den Aufbau um den Line-Teil reduzieren. Weiters ließ ich die aufwendigen Eingangsübertrager weg - wenn ich mir jemals ein Low-Output MC-System leisten werde, kann ich sie noch immer nachrüsten. Den letzten Schliff bekam die Schaltung von Hr. Paltauf, der mir den Trafo und besonders gut geeignete Röhren besorgte, sowie mir empfahl, eine Gleichrichterröhre statt der vorgesehenen Gleichrichterschaltung einzusetzen. Vielen Dank an dieser Stelle an Hr. Paltauf für seine Tipps! Somit war die Schaltung fertig und absolvierte den ersten Probelauf.

Dieser fiel trotz mittelmäßigem Plattenspieler und Tonabnehmersystem zu meiner vollen Zufriedenheit aus. Deutlich war die neue, schwer zu beschreibende Klangcharakteristik gegenüber CDs zu hören. Wiederum ist die Verstärkung glasklar und beeindruckend im Klang, jedoch gibt es im Gegensatz zum ITM BicepTube, der absolut rauschfrei ist, bei sehr hoher Lautstärke ein leises Grundrauschen. Dieses lässt sich aber bei Röhren-Phonoverstärkern konstruktionsbedingt (Röhrenrauschen) nicht vermeiden und ist bei "vernünftiger" Lautstärke auch nicht zu hören.

Nach dem schnellen Start dauerte es bis zum fertigen Gerät dann aber noch über ein Jahr (auch mit einem halb fertigem Phonoverstärker lässt sich ausgezeichnet Musik hören ...).

Wie schon bei ITM BicepTube bereitete das Gehäuse deutlich mehr Schwierigkeiten als die Elektronik. Meine Grundüberlegung war, das Gerät als Sockel für den Plattenspieler zu nutzen, da eine kurze Signalleitung vom Plattenspieler zum Vorverstärker sehr von Vorteil ist. Zu diesem Zweck muss das Gehäuse entsprechend stabil sein, um einerseits das Gewicht des Plattenspielers problemlos zu tragen und andererseits keinerlei Vibrationen zu erlauben. Weitere Voraussetzungen waren eine funktionierende Lüftung (Erfahrungen mit dem ITM BicepTube ...), sowie ein ansprechendes Design. Außerdem sollte das Gerät leicht wieder geöffnet und geschlossen werden können.

Das Resultat war dann ein stabiler Rahmen aus massivem Buchenholz, in dem die dünne Bodenplatte aus MDF festgeschraubt werden kann. Zur Ventilation gibt es in der Bodenplatte ausreichend Löcher und an der Vorder-, sowie Hinterseite des Gerätes einen etwa 1 cm hohen Schlitz über die ganze Breite. Damit die Schaltung nicht verstaubt, wurden die Vorder- und Rückseite um ca. 2 cm nach innen versetzt. Die Vorderseite wurde aus Glas ausgeführt, um einen Einblick ins Innenleben zu gewähren.

Der Trafo ist links hinten, mit Gummi gedämpft am Rahmen befestigt. Diese Stelle wurde ausgewählt, weil die meisten Plattenspieler an dieser Stelle ihren Antriebsmotor haben und der Netzteil deshalb hier nicht auf Signalleitungen des darüber stehenden Plattenspielers einstreuen kann. Die empfindlichen Leitungen befinden sich in der Nähe der Tonarmbasis, d.h. rechts hinten. An dieser Stelle befinden sich im Vorverstärker ebenfalls die Signalleitungen und Anschlüsse.

Mit dem Ergebnis bin ich nun restlos zufrieden. Im fertigen Gehäuse klingt der Vorverstärker durch die Verwendung besserer Kabel und Buchsen noch besser als im Versuchsaufbau. Mit Freude kann ich mich nun meiner wachsenden Plattenspielersammlung und vor allem der Musik auf Vinyl widmen. Das Kapitel Verstärker ist für mich soweit zu meiner vollen Zufriedenheit abgeschlossen.

Mit bestem Gruß und herzlichem Dank für die ausgezeichnete Bauanleitung,

Dieter Bauer

PS: Mein nächstes Projekt hat weniger mit Elektronik zu tun, sondern wird eine DIY-Plattenwaschmaschine sein. Wenn man gute Verstärker hat, hört man ja auch wirklich jedes Stäubchen ... :-)


[BILD] ITM GroovTube Dieter Bauer / 1

Dieter Bauers ITM GroovTube: Im Gegensatz zu Dieter Bauers ITM BicepTube hat der Phono-Vorverstärker ein massives Holzgehäuse mit klarer, durchsichtiger Frontplatte.


[BILD] ITM GroovTube Dieter Bauer / 2

Dieter Bauers ITM GroovTube von hinten: Normalerweise erfolgen Quellenumschaltung und Lautstärke-Regelung am Vorverstärker. Dieter Bauer hat den umgekehrten Weg gewählt. Lautstärke-Regelung und Quellenumschaltung erfolgen am ITM BicepTube, der als Vollverstärker ausgeführt ist. Deswegen gibt es bei Dieter Bauers ITM GroovTube nur einen Phono-Eingang und einen Line-Ausgang. Die schwarze Apparateklemme ist die Erdung (Masse) für den Plattenspieler.


[BILD] ITM GroovTube Dieter Bauer / 3

Dieter Bauers ITM GroovTube vor der Fertigstellung mit Blick auf das Innenleben. Wie hier erkennbar, ist die Gleichrichter-Röhre separat auf der Bodenplatte montiert.


[BILD] ITM GroovTube Dieter Bauer / 4

Dieter Bauers ITM GroovTube, gesehen von links vorne, hier unterhalb des Plattenspielers Telefunken S 500 hifi.

==> Dieter Bauer, Graz (A) ITM BicepTube


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