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Hausmitteilung


»Facebook ist Stasi auf freiwilliger Basis.«
Michael Niavarani


[BILD] Portrait Felix Wessely Felix Wessely







Lieber Leser,

Internet der Dinge. Der alte Traum ist leider doch nicht so toll. - Eine der interessantesten Möglichkeiten der Elektronik - und Digitalelektronik erst recht - ist es, Geräte zu steuern. Idealerweise auch aus der Ferne. Also beispielsweise die Heizung im Wochenendhaus einzuschalten einen Tag bevor man dort das Wochende verbringen will.

Dieses Beispiel funktioniert schon sehr lange über DTMF-Töne die man per Telefonanruf an ein entsprechendes Schaltgerät im Wochenendhaus installiert hat. Es ist mit einem gewissen Aufwand verbunden, aber es ist schon seit sehr langer Zeit realisierbar. Auch die Abfrage der Temperatur, die dann mit Antwort-Tönen beantwortet wird, ist solcherart möglich; oder das Schalten einer Alarmanlage und Abrufen des Status der Alarmanlage.

Mit dem Mobiltelefon, SMS und seinen Daten-Schnittstellen wurde dann noch viel mehr möglich. Via SMS konnte man schon komplexere Befehle als Text schicken und Statusmeldungen als Text erhalten. Dies wurde beispielsweise auch mit dem "ITM µ-Butler" im Selbstbau möglich gemacht. Später gab es solche Lösungen auch recht günstig fertig zu kaufen. Eine der besonderen Anwendungen sind Notrufe für gebrechliche oder chronisch kranke Menschen, wofür es bei speziellen Handys Notruftasten gibt.

Über das Internet geht aber noch viel mehr. Schon seit Jahren hält sich unbeirrt die Idee des Kühlschranks, der selbst erkennt wann etwas nachzukaufen ist und das selbsttätig beim Händler bestellt.

Die Sache mit dem Kühlschrank funktioniert freilich nicht wirklich, weil es dabei ja nicht darum geht, einen vorhersehbaren Vorrat an vorhersehbaren Produkten zu haben sondern auch darum, wie viel wann wovon verbraucht werden wird. Wenn der Junior alle Wurstvorräte an einem Tag aufisst, heißt das noch lange nicht, dass er das am nächsten Tag wieder machen wird. Wetter, Feiertage etc. könnte man alles einberechnen, aber die Laune der Bewohner nicht. - Dies nur, weil das immer das Paradebeispiel ist. Genau dieses dürfte zwar nicht realisierbar sein, vieles Andere aber sehr wohl - resp. gibt es Vieles bereits.

Wie - wir hatten das vor einigen Jahren einmal aus dem Archiv wiederholt - im Jahr 1957 berichtet wurde, hatte man damals für "in zehn Jahren" erwartet, dass "alle Räume einer Wohnung mit Fernaugen verbunden und damit übersehbar" sein werden. Nun, 1967 war noch längst keine Rede davon, aber heute ist das immerhin möglich.

Schon in den Anfangszeiten des Internet - Mitte der 1990er-Jahre - hatten wir über www.icepick.com berichtet, einer der Pioniere auf diesem Gebiet: Im Haus des Betreibers dieser Website werden zahlreiche Vorgänge registriert und können auf dieser Website beobachtet werden: Wann der Kühlschrank geöffnet wird über die Zeitpunkte an denen die Türklingel betätigt wird bis zur Betätigung der Klospülung. Das war seinerzeit sensationell und ist übrigens auch heute noch aktiv.

Das Prinzip dabei ist freilich im Grunde sehr einfach: Es gibt Kontakte oder Sensoren, die ausgewertet werden und das Ergebnis dann mit Zeitangabe in eine Datenbank geschrieben wird. Die aufbereiteten Daten werden dann über die Website gezeigt.

Das Ganze funktioniert sowieso auch umgekehrt: Also man könnte umgekehrt die Türklingel über eine Eingabe auf der Website betätigen. Genauso kann man auch die Raumtemperatur von jedem Raum der Wohnung überwachen und entsprechend die Heizung steuern. Man kann im Grunde alles fernschalten, was auch vor Ort elektrisch geschaltet werden kann. Man kann alles überwachen, was sich irgendwie über Sensoren oder Schaltkontakte erkennen lässt. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Und die schon im Jahr 1957 in Aussicht gestellte Video-Überwachung beliebiger Bereiche übers Internet ist längst sogar sehr billig zu realisieren. Sowohl als Videostream für sozusagen Liveübertragung als auch durch Standbilder, die auf Anfrage oder regelmäßig aktualisiert werden.

Die Technik dafür ist also längst vorhanden und auch - wegen des kleinen Aufwands dafür - im Grunde für Jeden realisierbar. Was aber in der ursprünglichen Freude dieser Möglichkeiten noch nicht bedacht wurde ist, dass das freilich auch umgekehrt funktioniert. Ich kann also von jedem Punkt der Welt aus sehen, ob gerade jemand in meinem Wohnzimmer ist. Aber jeder andere, der die Technik dafür hat, kann das auch. Und das ist es, was uns leider den Spaß daran verdirbt.

Der Kühlschrank, der darauf schaut, dass ich immer genügend Vorrat an Milch habe, kann auch Jedem anderen darüber berichten, was gerade alles im Kühlschrank ist, ob gerade jemand in der Wohnung ist und womöglich auch, was er da tut - durch die Kameras oder Auswertung von Sensoren.

In gewissem Umfang kann das sogar ein Intelligenter Stromzähler, der ja zunehmend in Haushalten installiert werden soll. Über Kennungen in den Elektrogeräten wird es auch möglich sein, zu erkennen, was gerade verwendet wird. Und man wird - das wird man als den praktischen Grund dafür hervorheben - manche Geräte zu bestimmten Zeiten über das Stromnetz fernschalten können. Beispielsweise bei drohender gefährlicher Überlastung des Netzes alle Warmwasser-Boiler oder Heizungen. Bei denen es dann auch nicht stört, wenn sie für einige Minute lang nicht eingeschaltet sind. Oder man schaltet sie zu, wenn das Netz schwach ausgelastet ist - beispielsweise Nachtspeicheröfen.

Auch dabei wird es wohl schnell die unerwünschte Möglichkeit geben, dass Unbefugte die Geräte schalten oder zumindest erkennen können, wann wo jemand daheim ist.

Der Vorteil dabei, die technischen Hintergründe zu verstehen liegt also darin, sich genau dieser Möglichkeiten bewusst zu sein und es daher beispielsweise nicht - wie der technisch Unbedarfte - so lustig zu finden, seine Wohnung übers Internet fernsteuern und überwachen zu können.

Das Wissen um die Möglichkeiten der Technik war früher primär nützlich dafür, etwas realisieren zu können, was der breiten Masse unzugänglich ist. Heute ist es auch nützlich dafür zu wissen, welche Möglichkeiten man dadurch gleichzeitig für Andere eröffnet.

Der Traum der totalen Kontrolle über die eigenen Vier Wände aus der Ferne ist also zwar längst realisierbar geworden, aber ihn zu realisieren ist nicht das, was man sich erträumt hatte. Es gehen nicht alle Träume in Erfüllung, also ist es nicht so schlimm. Aber es ist gut zu wissen, was eher nicht so traumhaft ist. Auch das ist - implizit - Teil des selben Wunschtraums gewesen.

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Die "ITM praktiker Bestenliste" hebt jene Produkte besonders hervor, die sich bei unseren Tests als beste Produkte ergeben haben. Wir testen viel mehr, als dann tatsächlich veröffentlicht wird. Es wäre sinnlos über ein Produkt zu berichten, das nicht besonders überraschend oder sonstwie herausragend ist. Nur Überraschendes - negativ wie positiv - ist einen Bericht wert. Mit jedem neu erscheinenden Heft gibt es neue "Beste", die dann die jeweils bisherigen "Besten" der selben Kategorie hinausdrängen. Seit 2005 gibt es auch kalenderjährlich - also im Gegensatz zu Geräten jeweils einmal jährlich entschieden - eine "ITM praktiker Bestenliste" für Software für Android-Smartphones und -Tablets sowie Pocket-PC (bis 2008 auch PalmOS-PDA). - Die "ITM praktiker Bestenliste" ergibt sich freilich aus den von uns getesteten Produkten. Das können klarerweise nicht wirklich alle am Markt befindlichen sein. Aber ich glaube nicht, dass wir Wesentliches übersehen würden.
(Siehe: Bereich ITM praktiker Bestenliste)

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(Siehe: Bereich ITM praktiker Elektronik-Selbstbau-Projekte)

Danke für Ihr Interesse und viel Freude in und mit unserer Website,

Ihr

Felix Wessely

Wien, 1.06.2018

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