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02.10.2020: <=> Olympus: Kameras und Diktiergeräte ab 1.1. bei JIP


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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1750:

Olympus: Kameras und Diktiergeräte ab 1.1. bei JIP

(02.10.2020) Bei Olympus war man mit den Geschäftsergebnissen bei Kameras und Diktiergeräten schon seit längerer Zeit nicht zufrieden und es war immer wieder die Rede davon, sich vor allem von der Kamera-Sparte zu trennen. Seit wenigen Tagen ist es nun fix, dass der Finanzinvestor JIP Japan Industrial Partners Inc. die Sparten Diktiergeräte und Kameras per Anfang 2021 übernehmen wird. Gleichzeitig wurde angekündigt, dass Entwicklung und Produkte weitergeführt werden. Jene, die Produkte aus den beiden Sparten nutzen, sollten demnach mit einer Fortsetzung mit neuen Produkten rechnen können.

Die Vereinbarung gilt für das globale Imaging-Geschäft von Olympus inklusive Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Produktionsstandorten. Der Name der dafür in Gründung befindlichen Firma ist "OM Digital Solutions Corporation" und der Firmensitz Tokio. Die Beteiligungsverhältnisse an der neuen Firma sind noch nicht bekanntgegeben. Es ist die Rede von 5% Anteil, den Olympus an der neuen Gesellschaft halten soll. Dies würde auch dem entsprechen, was im Jahr 2014 bei der Übernahme der Computer-Sparte VAIO von Sony durch JIP gemacht worden ist.

Verkauf, Marketing, F&E sowie das Produktdesign werden an den Hauptsitz des neuen Unternehmens in Hachioji, Tokio, verlegt. Die Produktion wird an dem Standort in der Provinz Dong Nai, Vietnam, fortgesetzt. Das neue Unternehmen wird künftig Service und Support für die von Olympus hergestellten und verkauften Imaging-Produkte übernehmen. Der europäische Markt soll wie bisher aus Hamburg gesteuert werden.

In Wien gibt es bekanntlich von Olympus auch eine Niederlassung als Zweigstelle von Hamburg; ob und wie weit diese dann für Foto- und Diktiergeräte zuständig sein wird, ist uns vorläufig nicht bekannt, dürfte aber zu erwarten sein.

Nach aktuellem Stand unserer Informationen wird die Marke "Olympus" für die Produkte nach der Übertragung weiter verwendet werden.

Olympus ist sehr erfolgreich bei ihren medizinischen Produkten, die davon nicht betroffen sind. Bei Kameras und Diktiergeräten ist Olympus einer der technologisch führenden Hersteller; zuletzt mit riesigem Erfolg als einer der Pioniere bei Digital-Kompaktkameras und später auch mit Systemkameras mit Bajonetten FourThirds und Micro-FourThirds. Die Systemkameras konnten sich nicht erwartungsgemäß behaupten und generell gibt es starke Rückgänge bei der Nachfrage.

Olympus hatte mit der E-1 im Jahr 2003 die erste Digital-Spiegelreflexkamera, zu der es vom Start weg ein komplettes - durchgängig exzellentes - Objektivangebot gegeben hatte. Von Olympus eingeführte Technologien wie Staubreiniger, telezentrisch gerechnete Objektive und später auch LiveView - was alles vorerst von den beiden großen SLR-Marken als Unfug hingestellt worden ist - gehören heute zum Standard bei Systemkameras.

Dass der E-1 - bei der damals extrem schnellen Weiterentwicklung - erst nach vier Jahren mit der E-3 ein Nachfolger gefolgt ist und im Jahr 2008 - also schon 5 Jahre nach der Einführung von FourThirds auf das spiegellose System Micro-FourThirds umgestellt worden ist, war sicherlich nicht optimal.

Canon und Nikon konnten sich mit ihrer von vornherein größten Anwender-Basis und mit der Geschichte, die Objektive aus der Kleinbildfilm-Zeit weiterverwenden zu können - was bekanntlich nicht wirklich optimal war - besser durchsetzen. FourThirds resp. Micro-FourThirds ist - nüchtern betrachtet - der optimale Nachfolger für das frühere Kleinbild-Format und qualitativ bereits sehr erheblich besser als dieses. Mit aktuellen Vollformatkameras - die letztlich das Rennen gemacht haben - wird eine Qualität bis zu wie früher bei Großformat-Film erreicht, was wohl kaum jemand wirklich praktisch nutzen kann.

Micro-FourThirds wird - auch durch das gewaltige Angebot von Panasonic - weiterhin interessant bleiben, obwohl es nicht zu dem dominierenden Nachfolge-System von Kleinbildfilm geworden ist, das es werden hätte können. Olympus war ursprünglich auch der Pionier bei den Digital-Kompaktkameras und bis zuletzt in diesem Bereich sehr stark. Dieses Segment ist durch die Smartphones überhaupt fast obsolet geworden.

Die Firma Olympus ist ein erfolgreiches Unternehmen - primär mit ihren Produkten aus Medizintechnik. Es bedeutet also keinen Niedergang für Olympus. Schlimm ist das aber sehr wohl für jene Mitarbeiter, die ausschließlich für Diktiergeräte und Kameras tätig sind, weil es da sicherlich Kündigungen geben wird.

"praktiker" hält jedenfalls dem Olympus-Team in Österreich die Daumen, dass es hier - in dieser sowieso schon schwierigeren Zeit - keine "Anpassungen" gibt.

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