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Meldungen Nr. 1440-1449
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Mit "ITM-Newsroom" gibt es für "ITM praktiker"-Leser - nicht regelmäßig! - Kurzmeldungen über aktuell vorgestellte neue Produkte, Technologien und Veranstaltungen sowie Neuigkeiten zu "praktiker" und praktiker.at. - Es geht hier um alle jene Themen, die auch Gegenstand der Berichterstattung des "praktiker" sind: Audio, Video, Foto, TV/Heimkino, Telekommunikation, Navigation, Computer und - sowieso - Multimedia-Technologien.

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1449:
WISSEN AUS DEM "praktiker"-LABOR

Labortipp: SD, SDHC, SDXC, UHS-I: Kompatibilität

[BILD] SDHC-Karte mit UHS-I-Technik, normale SDHC-Karte und eine SD-Karte - (c) Felix WesselyVon SD-Karten gibt es mehrere Generationen. Hier im Bild sind eine SDHC-Karte mit UHS-I-Technik, eine normale SDHC-Karte und eine SD-Karte mit übrigens einer Kapazität von 64MB, was es heute längst nicht mehr neu gibt, aber für viele alte Geräte nötig ist.                                 Bild: Felix Wessely

(23.06.2013) Die SD-Karte wurde im Jahr 2001 als Nachfolgesystem der SmartMedia-Speicherkarte vorgestellt. Sie hat sich zum Standardformat für Speicherkarten entwickelt, das mittlerweile von praktisch allen einschlägigen Herstellern unterstützt wird. Durch steigenden Bedarf an Speicherkapazität und Notwendigkeit höherer Datenraten haben sich bislang drei Generationen der SD-Familie ergeben: SD, SDHC und SDXC. Hinsichtlich der Kompatibilität mit Lesegeräten gibt es vor allem Unklarheit mit den Geschwindigkeitsklassen, wofür es hier aus dem "praktiker"-Labor eine Erläuterung der wesentlichen Aspekte zur Nutzung von Speicherkarten der SD-Familie gibt.

Für Gerätesteckplatz resp. Lesegerät gibt es drei Gruppen: SD, SDHC, SDXC

Wichtig hinsichtlich der Kompatibilität für Lesen und Schreiben sind die drei Generationen der SD-Karten-Familie. - Hier mit den wesentlichsten Eigenschaften ohne Berücksichtigung der Geschwindigkeitsklassen:

  • SD-Karte (SD 1.0/1.1): Typisches Dateiformat ist FAT16, die Kapazität bis 2GB (SD 1.0: 1GB).
  • SDHC-Karte (SD 2.0): Typisches Dateiformat ist FAT32, die Kapazität bis 32GB.
  • SDXC-Karte (SD 3.0): Typisches Dateiformat ist exFAT, die Kapazität bis 2TB.

Der Steckplatz im Gerät resp. das Lesegerät muss die entsprechende Generation unterstützen. Jüngere Generationen sind abwärtskompatibel. Frühere Generationen können also immer auch genutzt werden. So beispielsweise kann eine SD-Karte auch in jedem Geräte-Steckplatz oder Lesegerät verwendet werden, das SDHC- oder SDXC-kompatibel ist und jede SDHC-Karte kann auch in einem SDXC-kompatiblen Steckplatz genutzt werden.

Sowohl Lesegeräte als auch der SD-Karten-Steckplatz von Geräten kann evtl. über ein Firmware-Update auf die neue Generation aufgerüstet werden. In der Regel ist das nur dann möglich, wenn die neuere Generation bereits berücksichtigt war, aber das Gerät noch vor Verabschiedung des betreffenden Standards erschienen ist. Änderungen an der Hardware können über ein Firmware-Update freilich nicht gelöst werden. Auch wenn ein Update technisch möglich wäre, ist es nicht gesagt, dass es auch vom Hersteller angeboten wird.

Man kann freilich die Speicherkarten auch nach einem beliebigen anderen Dateiformat formatieren. Abgesehen von FAT16, bei dem das Limit bei 2GB liegt, ist das kein Problem. NTFS ist wegen der ständigen Schreibzugriffe für Flash-Speicher generell nicht optimal, aber es geht. NTFS kann aber kaum von Geräten, sondern primär in Verbindung mit Windows-PCs verwendet werden.

Nicht das für die jeweilige Karten-Generation typische Dateiformat zu verwenden ist allerdings nicht sinnvoll, weil dann die Karte nicht mit allen Geräten kompatibel sein wird, welche die Karten der jeweiligen Generation nutzen können. Wenn man also beispielsweise eine normale SD-Karte nach FAT32 formatiert, wird diese nicht mit jeder Kamera funktioneren, weil der Standard für SD-Karten der ersten Generation eben nur FAT16 vorsieht.

Für eine Zeit lang gab es übrigens auch SD-Karten mit Kapazität 4GB; also nicht SDHC. Diese sind nicht vollständig kompatibel, da sie nicht dem Standard entsprechen. Sofern Sie eine solche Karte haben, sollten Sie diese nur in Verbindung mit Geräten resp. Lesegeräten verwenden, von denen Sie bereits wissen, dass sie damit problemlos funktionieren. Speicherkarten sind heute aber derart billig - und Daten sowieso immer wertvoll -, sodass man auf solche Abenteuer vielleicht lieber verzichten will.

Geschwindigkeitsklasse "Class" und "UHS" ist hinsichtlich Kompatibilität egal

Die größte Unklarheit gibt es hinsichtlich der neueren Karten mit UHS-Technik. Die UHS-Technik bietet wiederum höhere Datenraten für Schreiben und Lesen in vorläufig zwei Leistungsstufen. Ob ein Gerät oder ein Kartenleser eine bestimmte Geschwindigkeitsklasse unterstützt, ist aber für die Kompatibilität - Möglichkeit zum Lesen und Beschreiben - egal. Wenn das Gerät UHS-I nicht unterstützt, dann kann lediglich die höhere Geschwindigkeit nicht genutzt werden.

Karten mit UHS-Technik gibt es sowohl der Generationen SDHC als auch SDXC.

Genauso gibt es schon seit der Generation der SD-Karten - nicht von Anfang an - Geschwindigkeitsklassen bis - derzeit jedenfalls - "Class 10" als schnellste davon. Welche Geschwindigkeitsklasse das ist, ist ebenfalls nur hinsichtlich der damit erzielbaren Datenrate relevant.

Die Leistung der mit "Class" bezeichneten Geschwindigkeiten ist leicht gemerkt: Es ist jeweils der Class-Zahl in Megabyte pro Sekunde Schreibgeschwindigkeit für einen Datenstrom - also Schreiben in eine Datei bei Videoaufnahme. Bei "Class 4" sind es demnach 4 Megabyte pro Sekunde, bei "Class 10" sind es 10MBps.

Bei Karten mit "UHS" ist die Geschwindigkeitsklasse in - vorerst - zwei Stufen angegeben - "UHS-I" und "UHS-II", womit aber die Busgeschwindigkeit definiert ist und nicht die nutzbare Leistung. Hier gibt es dann explizite Angaben für Lese- und Schreibgeschwindigkeit, was typischerweise auf dem Etikett der Speicherkarte angegeben ist. So beispielsweise 90MBps für Lesen und 25MBps für Schreiben.

Bei Karten mit "UHS" ist zusätzlich auch eine "Class"-Angabe vorhanden. Diese gilt für den Fall, dass das Lesegerät resp. Kamera "UHS" nicht nutzen kann.

Unterschiedliche Schreibgeschwindigkeit, passend zur Anwendung

Bei Video bit in Byte pro Sekunde umrechnen. Zur Umrechnung in den in bit pro Sekunde angegebenen Video-Datenstrom in Byte dividiert man diesen - logisch - durch 8 und kommt so auf die bewältigbare Datenübertragungsrate in Byte pro Sekunde. Für die Aufnahme von Video mit einer Datenrate von 18Mbps - Megabit pro Sekunde ergibt sich also eine Datenrate in Megabyte pro Sekunde von etwa 2,25Mbps (= 18Mbps / 8), also eine Karte mit "Class 4", die 4MBps schafft, ist - sehr großzügig dimensioniert - ausreichend.

Bei Foto ist die Rechnung einfach. Bei Fotoaufnahmen - hier geht es primär um Serienbildaufnahmen, bei denen die Schreibgeschwindigkeit besonders wichtig ist - braucht man nicht umrechnen. Wenn die Aufnahmen in RAW-Format gemacht werden und eine Aufnahme ist 20MB groß, dann schafft eine "Class 10"-Karte pro Sekunde 10MB und braucht daher mindestens 2s um die Datei zu schreiben. Bei einer Serienbildfunktion mit 6fps kann man sich also ausrechnen, wie viele Fotos man in Serie machen kann bis das RAM der Kamera voll ist, weil dann für die Aufnahmen von einer Sekunde 120MB an Daten anfallen, was in diesem Beispiel 12s lang dauert (= 6mal 20MB mit 10MBps).

Bei Fotokameras kommt es immer auch auf das verwendete Modell an, wie weit dieses die von der Karte gebotene Schreibgeschwindigkeit nutzen kann. Beim Videostrom bei Fotokameras und Camcordern ist das verlässlich, weil die Kamera in der angegebenen Video-Datenrate den Videostrom ausgeben und auch schreiben können muss. Bei Video kann das nur in Echtzeit funktionieren, ansonsten würde schnell der interne Speicher der Kamera überlaufen. Bei Serienbild-Fotoaufnahmen ist das nicht so eindeutig, wie schnell die Kamera eine beispielsweise 20MB große RAW-Datei auf die Speicherkarte schreiben kann. Wenn die Kamera mit dem Schreiben nicht nachkommt, dann wird die Serienbildaufnahme einfach gestoppt, bevor das RAM der Kamera voll ist.

High-Speed-USB-2.0-Anschlüsse bei Computern gibt es zwar schon seit mehr als zehn Jahren, aber wenn man einen älteren PC verwendet ist es wohl klar, dass das auch ein Kartenlesegerät sehr erheblich bremst. USB 3.0 ist wiederum schneller. Genutzt werden kann jeweils die schwächere USB-Generation, die von USB-Hostanschluss am PC und vom Lesegerät resp. Kamera unterstützt wird.

[BILD] Micro-SD-Karten und Adapter Micro-SD auf Mini-SD, Micro-SD auf Normal-SD - (c) Felix Wessely
Bild: Felix Wessely Micro-SD-Karten können über Adapter in Geräten für Mini-SD-Karten oder normal große SD-Karten verwendet werden: Adapter Micro-SD auf Normal-SD und Micro-SD auf Mini-SD.

Verschiedene Gehäusegrößen: Normal, Mini, Micro

Die Karten der SD-Karten-Familie gibt es zudem in verschiedenen Gehäusegrößen. Die normal große, die Mini- und die Micro-Versionen. Die mittelgroße Mini-SD-Karte gibt es seit 2010 nicht mehr. Hinsichtlich der Funktionsweise unterscheiden sich die Karten durch die Baugröße nicht. Sie tragen die selben Bezeichnungen wie die normal großen Karten und haben dann die entsprechenden Eigenschaften resp. Kompatibilität. Zur Verwendung gibt es Adapter von Mini- auf Normal, von Micro auf Mini und von Micro auf Normal. Diese Adapter werden oft gemeinsam mit Micro-SD-Karten verkauft.

Geräte, die mit Mini-SD-Karten arbeiten - die es eben nicht mehr gibt -, können daher einfach mit Micro-SD-Karten und Micro-auf-Mini-Adapter verwendet werden.

Die frühen MMC-Karten - die Vorfahren der Familie - gibt es nicht mehr

Die Vorläufer-Generation der heutigen SD-Karten-Familie waren die MMC-Karten. Diese waren um eine Spur dünner, sodass SD-Karten - die mit Technik auch zur Nutzung von kopiergeschützten Inhalten ausgestattet sind - nicht irrtümlich in Steckplätze für MMC-Karten gesteckt werden können. Umgekehrt können MMC-Karten in SD-Karten-Slots verwendet werden. MMC-Karten gibt es schon lange nicht mehr.

SDXC-Karten derzeit noch relativ selten unterstützt

Hinsichtlich der Kompatibilität ist die jüngste Generation der SD-Karten - die SDXC -vorläufig immer noch eher selten unterstützt. Typischerweise wird sie von allen einigermaßen neueren Kameras und Camcordern unterstützt, aber nach wie vor noch seltener von SD-Karten-Lesegeräten und sowieso allen nicht ganz neuen Lesegeräten oder Steckplätzen in Geräten und Computern.

Der Einsatz von SDXC-Karten ist daher vorläufig dann sinnvoll, wenn man eine Kapazität von mehr als 32GB benötigt. Wenn man mit mehreren 32-GB-SDHC-Karten genauso zurechtkommt ist das wegen der besseren Kompatibilität vorläufig noch evtl. die praktischere Lösung.

SCXC-Karten nutzen auch das noch relative junge Dateiformat exFAT. Dieses wird bei Computern jedenfalls von Haus aus bei Windows ab Vista SP1 und bei Mac OS X ab Version 10.6.5 unterstützt. Von Microsoft werden Treiber für die Unterstützung von exFAT für Windows-Versionen seit XP zum Download angeboten. Für frühere Windows-Versionen gibt es von Microsoft - jedenfalls derzeit - keine Treiber für exFAT. Für Linux gibt es mittlerweile Treiber zum Nachrüsten.

Also auch dann, wenn ein SDXC-kompatibles Lesegerät vorhanden ist, benötigt der betreffende Computer einen Treiber, der exFAT unterstützt um SDXC-Karten verwenden zu können.

Kamera oder anderes Gerät als Lesegerät über USB verwenden

Nahezu alle Kameras und sonstige Geräte, die mit Speicherkarten arbeiten, bieten die Möglichkeit, diese auch als Lesegerät über USB zu nutzen. Wenn man also kein SDHC-taugliches Lesegerät zur Hand hat, aber beispielsweise mit einer Kamera SDHC-Karten nutzt, kann man einfach die Kamera über USB an den Computer anschließen und auf diese Art die Kamera als Lesegerät verwenden. Das ist problemlos möglich, weil SDHC-Karten als Dateisystem FAT32 verwenden und FAT32 heute von jedem einigermaßen moderneren Computer unterstützt wird.

Das funktioniert allerdings nicht so ohne Weiteres mit SDXC-Karten mit ihrem Dateisystem exFAT.

Wenn man beispielsweise eine Kamera hat, mit der man SDXC-Karten verwenden kann, kann man diese dennoch nur dann zum Lesen von SDXC-Karten über den Computer verwenden, wenn der Computer exFAT unterstützt. Die Kamera fungiert in diesem Fall freilich nur als Lesegerät und daher nutzt es für diese Anwendung nichts, wenn die Kamera als solche exFAT unterstützt. Wenn man also am Computer nach exFAT formatierte Datenträger nutzen will, dann funktioniert das nur, wenn das Betriebssystem des Computers exFAT unterstützt.

[!> Erläuterungen von technischen Grundlagen erfolgen hier auf der Website normalerweise nicht. Das ist eine Ausnahme, da uns ständig diesbezügliche Nachfragen von Besuchern der Website erreichen. So quasi als Kostprobe, was Sie normalerweise - wenngleich schon tiefgehender - nur im Heft finden.

Nachtrag am 23.06.2013, 12:15: Mittlerweile ist aus dem ursprünglich kurzen Tipp ein ausgewachsener Artikel geworden, da es schon kurz nach Erscheinen wiederum Nachfragen gegeben hatte - trotz Sonntag und frühmorgens... Wie gesagt: Eine Ausnahme - zum Sommeranfang. Noch tiefergehender wird es hier jetzt nicht mehr.

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1448:

Lomography Konstruktor: Simple SLR als Bausatz

[BILD] Lomography Konstruktor: SLR als Bausatz - (c) lomography.deKonstruktor ist ein Bausatz von Lomography für eine sehr simple Spiegelreflexkamera, die mit normalem Kleinbildfilm funktioniert.                                 Bild: © lomography.de

(21.06.2013) Lomography hat nun mit "Konstruktor" einen zumindest unterhaltsamen Bausatz für eine Spiegelreflexkamera herausgebracht. Die Kamera wird aus Plastikteilen selbst zusammengebaut. Die Funktion ist freilich höchst primitiv mit nur einer Verschlußzeit 1/80s und "B". Der SLR-Sucher ist ein Lichtschacht-Sucher, wobei es auch eine Einstell-Lupe gibt. Das Objektiv ist ein 50-mm-Objektiv mit fester Blende 10 und Naheinstellgrenze 50cm. Mehrfachbelichtungen sind möglich. Das Objektiv ist abnehmbar - mit Bajonett - und könnte also gewechselt werden; jedenfalls derzeit gibt es aber nur dieses eine Objektiv. Es gibt sogar ein Bildzählwerk. Die Konstruktion scheint ziemlich genial zu sein. Das Ergebnis ist zwar eine primitive Kamera, aber sie ist von ihrem Besitzer selbst gebaut, was allein seinen Reiz hat.

Für die richtige Belichtung werden Filme mit verschiedenen ISO-Empfindlichkeiten empfohlen, was nicht einer gewissen Originalität entbehrt. Wohl kaum jemand wird die 36 Aufnahmen eines Films alle unter den selben Lichtbedingungen machen.

Die "Konstruktor" arbeitet mit normalem Kleinbildfilm. Derzeit wird der Bausatz um 35 EUR über die Lomography-Website angeboten.

Lomography - heute weltweit verbreitet, 1992 als "Lomografische Gesellschaft" in Wien gegründet, wo auch nach wie vor der Hauptsitz ist - hat bekanntlich die russische Kompakt-Kleinbildfilmkamera Lomo LC-A - eine ziemlich genaue Kopie der Cosina CX-1 - populär und diese - resp. das ziellose Fotografieren damit - zum Kult gemacht. Abgesehen von der Lomo-Kamera werden auch Holga, Diana und andere Plastikkameras verkauft, die ursprünglich eher für Kinder gedacht waren. Zu dem Erfolg kann man nur gratulieren. Letzlich darf es ja auch darum gehen, dass etwas einfach nur Spaß macht.

In der Produktbeschreibung ist von "gestochen scharfen" Bildergebnissen die Rede. Wie "gestochen scharf" in diesem Fall ausschaut, kann man auf der selben Seite sehen. Aber darum geht es wohl nicht wirklich dabei.

=>> microsites.lomography.de/konstruktor/

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1447:

BBC: Perceptive Radio ermittelt Hörer-Stimmung

[BILD] BBC World Service Website - (c) Screenshot bbc.co.ukDie BBC bietet über ihre Website mehrere Radioprogramme an; so auch den bekannten Propagandasender der sogenannten "Freien Welt", "BBC World Service". Nun wird mit "Perceptive Radio" an interaktivem Radio gearbeitet, das die Umgebung des Konsumenten auskundschaftet und ein individualisiertes Programm liefert.                                             Bild: Screenshot bbc.co.uk

(21.06.2013) Eine neue - nicht wirklich beruhigende - Form des Radios hat Großbritanniens öffentlich-rechtliche BBC mit "Perceptive Radio" anlässlich der kürzlich stattgefundenen "Thinking Digital Conference" vorgestellt. Über Licht- und Bewegungssensoren sowie Mikrofon (!) wird versucht, die aktuelle Stimmung des Konsumenten und seiner Umgebung zu ermitteln und ein entsprechend passendes Programm zu liefern. Sowohl hinsichtlich Inhalt als auch Lautstärke.

Demonstriert wurde das anhand eines Hörspiels, in dessen Handlung es dann auch regnet, wenn es beim Konsumenten gerade regnet und wenn es laute Umgebungsgeräusche gibt werden Lautstärke und Frequenzgang entsprechend angepasst, damit das Dargebotene gut hörbar ist.

Dies soll künftig - so das Konzept, realisiert ist es ja noch nicht - auch mit Social Networks zusammenspielen. Selbstverständlich soll dadurch auch gezieltere Werbung möglich sein, weil dieses "interaktive Radio" die Konsumenten zunehmend besser kennenlernt.

Orwell war eigentlich nur ein harmloser Träumer. Erstaunlich was alles möglich wird, wenn man das nur mit ein bisschen Spaß verbindet. Wann und ob "Perceptive Radio" realisiert wird, wurde bei diesem Anlass nicht gesagt.

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1446:

Graphen für lichtempfindliche Fotokamera-Sensoren

(17.06.2013) An der Universität in Nanyang in Singapur wird am Einsatz von Graphen als lichtempfindliches Material für Bild-Sensoren für Fotokameras und Camcorder geforscht. Die Ausbeute soll dabei um ein Vielfaches höher liegen als bei der derzeit eingesetzten Technik, wozu allerdings keine konkreteren näheren Angaben gemacht wurden, außer jenen, dass künftig Fotos nahezu bei Dunkelheit möglich sein sollen (siehe media.ntu.edu.sg: Media reports Nanyang Technological University).

Vorläufig ist es jedenfalls einmal gelungen die Lichtempfindlichkeit von Graphen auf das 1000fache gegenüber früheren Versuchen mit diesem Material zu steigern. Zusätzliche Vorteile des neuen Materials soll in deutlich kleinerer Leistungsaufnahme - und damit auch verringerter Gefahr für thermisches Rauschen - sowie auch deutlich kleineren Fertigungskosten liegen.

Hinsichtlich der Realisierung dieser Technik in der Praxis will man diese so entwickeln, dass die selben Fertigungsprozesse wie von CMOS-Sensoren verwendet werden können; wofür dann einfach nur auf das neue Sensormaterial umgestellt werden müsste. Solcherart wäre ein Umstieg auf die neue Technik mit nur relativ geringen Investitionen verbunden.

Wann die Technik reif für den Einsatz in Bildsensoren in Kameras ist, wird noch nicht angekündigt. Es scheint sich aber auch mit dieser Entwicklung eine Ablösung der bisherigen Technik für die derzeit bekannten Bildsensoren abzuzeichnen, mit der heute noch unvorstellbar hohe Lichtempfindlichkeit realisierbar sein dürfte.

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1445:
HIGHLIGHT IM "praktiker"-TESTLABOR

Pro-Ject Stream Box DS+: Audio-Quellen-Paradies

[BILD] Pro-Ject Stream Box DS+ - (c) Felix WesselyPro-Ject Stream Box DS+ ist eine HighEnd-HiFi-Komponente für die Nutzung praktisch aller digitalen Audio-Medien zum Spielen von USB-Datenträger über Audiostream übers Heimnetzwerk bis zu Internet-Radio. Zusätzlich kann sie durch einen regelbaren Ausgang direkt an eine Endstufe angeschlossen werden.                                 Bild: Felix Wessely

(11.06.2013) Der österreichische Fabrikant Heinz Lichtenegger mit seiner Marke "Pro-Ject" hat mit der Stream Box DS+ ein wahres Quellen-Paradies für alles außer Plattenspieler hervorgebracht. Die Stream Box DS+ spielt von Eingängen SP/DIF-Digital, Analog, von USB-Datenträger, dlna-kompatibel aus dem Heimnetzwerk und auch noch Internet-Radio. Durch einen regelbaren Analog-Ausgang kann auch direkt eine Endstufe - also Verstärker ohne eigene Lautstärkeregelung - angesteuert werden. Für die Verbindung zum Heimnetzwerk resp. Internet gibt es eine WLAN-Schnittstelle und Kabelanschluss für Ethernet. - "praktiker" hatte die Pro-Ject Stream Box DS+ eingehend getestet und berichtet hier nur kurzgefasst vorab.

Mit der Stream Box DS gab es Ende 2011 bereits einen besonders hochwertigen Audio-Player zum Spielen von USB-Datenträger und Internet-Radio (siehe Meldung vom 03.12.2011: Pro-Ject Stream Box DS: HighEnd-Audio über USB). Seit damals gab es mehrere kleinere Weiterentwicklungen mit zusätzliche Funktionen. Mit der Stream Box DS+ dürfte es nun aber ein Quellgerät für die HiFi-Anlage geben, das eigentlich schon alles für die Nutzung aktueller Medien beinhaltet und - außer für Phono - auch als Vorverstärker fungiert.

Fernbedienung zeitgemäß alternativ auch über Smartphone-App

Gesteuert wird die Stream Box DS+ entweder über die dazugehörige IR-Fernsteuerung, über Tasten am Gerät - primär mit Cursortasten geführt über das über das farbige Display gezeigte Menü - oder auch über eine speziell von Pro-Ject angebotenene App für Android- und iOS Smartphones und Tablets.

Alle Eingänge und geregelter Line-Ausgang für Direktanschluss an Endstufe

An Eingängen gibt es: 2mal USB-Host, 2mal Stereo-Analog, S/P-DIF-Digitaleingänge 1mal optisch und 1mal koaxial. An Ein-Ausgängen gibt es Netzwerk-Schnittstellen WLAN b/g - Stummelantenne ist dabei - und eine RJ-45-Buchse für Ethernet. An Audio-Ausgängen gibt es S/P-DIF-Digital (nur) koaxial und es gibt zwei Stereo-Analog-Ausgänge; davon ein geregelter. Der geregelte Ausgang ist für den direkten Anschluss an eine Endstufe ohne eigene Lautstärkeregelung. Von den USB-Anschlüssen ist einer an der Rückwand und einer an der Front.

Es können Audiodateiformate mit bis zu 24bit, 192ksps verarbeitet werden. Es werden alle relevanten Audioformate verarbeitet: MP3, AAC, Ogg Vorbis 1.0, WMA9-lossless, FLAC und LPCM (WAV).

Gapless Playback großartig für Symphonien und gestückelte Eigenaufnahmen

Bemerkenswert dabei ist, dass sogenanntes "Gapless Playback" - also unterbrechungsfreie Wiedergabe aufeinanderfolgender Audiodateien - unterstützt wird. Dies ist dann wesentlich, wenn Audiodateien hintereinander wiedergegeben werden, zwischen denen keine Pausen sind. Wenn also eine Audioaufnahme an beliebigen Punkten während der Aufnahme in mehrere Dateien zerlegt wurde. In diesem Fall - es gibt dann typischerweise keine Ruhephase, bei der das nicht auffallen würde - wird also nahtlos weitergespielt als würde es sich um eine zusammenhängende Datei handeln. Das ist beispielsweise bei längeren Musikstücken wie Symphonien der Fall, aber es können wohl auch Eigenaufnahmen sein.

Qualitativ adäquate Bereicherung einer HighEnd-HiFi-Anlage

Die Audioqualität ist - wie schon bei Stream Box DS - außerordentlich hochwertig. Auch die Stream Box DS+ ist in einer High-End-HiFi-Kette bestens aufgehoben. Wenn man sich vielleicht bis jetzt noch mit Discs gespielt hat, hat man damit schlagartig alle neuen Medien zur Verfügung. Man kann auf die Audio-Dateien am eigenen Computer im Netzwerk zugreifen, von anderen dlna-kompatiblen Komponenten Audio-Inhalte spielen oder auch Internet-Radio aus dem Internet streamen. Wie bereits bei Stream Box DS ist die Auswahl der Radiostationen sehr übersichtlich und - vor allem - urgewaltig umfangreich. Man kann also problemlos den lokalen Radiosender von Mauritius hören, als exotisches Extrembeispiel.

Bei der Wiedergabe von Audiodateien, in die ein Coverbild eingebettet ist, wird dieses Coverbild auch am Display angezeigt. Leider - nach wie vor - wird nicht ein Coverbild angezeigt, das sich als Datei folder.jpg im selben Ordner wie die Audiodatei befindet. Wenn die Audiodatei kein Bild eingebettet hat, sollte dieses angezeigt werden. Das ist nicht so sehr wesentlich, wäre aber keine schlechte Idee.

Solide, saubere, hochwertige Ausführung, aber spartanische IR-Fernbedienung

Das Gerät hat ein dickwandiges, robustes Metallgehäuse und die Cinch-Buchsen sind alle vergoldet ausgeführt. Insgesamt also auch rein äußerlich und mechanisch sehr hochwertig ausgeführt. Die Speisung erfolgt - Pro-Ject-typisch - über ein Stecker-Netzgerät. Letzteres sieht zwar weniger edel aus, aber die Vorteile eines separaten Netzteils bei Audiogeräten sind wohl bekannt.

Nicht so zur hochwertigen Ausführung und Leistung der Stream Box DS+ passt die mitgelieferte IR-Fernbedienung. Ein kleiner logischer Fehler wurde auch beibehalten: Wenn man im Menü einen Titel zur Wiedergabe anwählt, dann funktioniert das über die OK-Taste. Es sollte aber - zusätzlich - auch mit der Play-Taste funktionieren. Das ist eine Kleinigkeit, an die man sich wohl gewöhnt, aber perfekte Usability ist das halt nicht und es stört etwas den sonst so exzellenten Gesamteindruck.

Für Datenträger werden FAT16 und FAT32 unterstützt

Ein wesentlicherer offener Wunsch wäre allerdings die Unterstützung von NTFS und evtl. auch exFAT als Dateisysteme für Datenträger. Von Stream Box DS+ werden FAT16 und FAT32 unterstützt. Vor allem NTFS als Standard-Dateisystem für Harddisks unter Windows wäre für Harddisks mit größeren Kapazitäten - für hochauflösendes Audio unumgänglich - praktisch. Windows kann Harddisks nach FAT32 von Haus aus nur bis zu einer Kapazität von 32GB formatieren. Für größere Kapazitäten gibt es beispielsweise das Programm "Fat32Formatter". FAT32 ist kein Problem, aber es kann für Manche jedenfalls umständlich sein.

Pro-Ject ist vor allem - weltweit - bekannt durch seine Plattenspieler. Vor einigen Jahren hatte man begonnen, sich auch verstärkt mit HiFi-Elektronik zu beschäftigen. Mittlerweile gibt es bereits ein riesiges Programm an Komponenten für das von Heinz Lichtenegger erfundene "Box design", wodurch Audio-Komponenten klein genug geworden waren um auf einen Schreibtisch oder auch zum kleinen Notebook- oder Tablet-PC zu passen. Die Stream Box DS+ ist eine mit 206mm Breite etwas größere Komponente, die eher zur konventionellen HiFi-Anlage passt. Und die übrigens auch exzellent mit dem Selbstbau-High-End-HiFi-Verstärker "ITM BicepTube" zusammenspielt.

"praktiker" empfiehlt die Pro-Ject Stream Box DS+ allen, die besonders hohe Ansprüche an die Audio-Wiedergabe stellen und damit mit einem Schlag alle digitalen Medien über dieses eine Gerät nutzen können und solcherart eine HighEnd-HiFi-Anlage außerordentlich bereichern.

Pro-Ject Stream Box DS+ gibt es wahlweise mit schwarzer oder silberner Front um knapp 1100 EUR.

[LOGO] HiFi from Austria ==> www.praktiker.at/hfa/

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1444:

Niedermeyer schließt: Noch eine Woche Ausverkauf

[BILD] Noch eine Woche Total-Abverkauf, dann sc... - (c) Screenshot niedermeyer.atNoch eine Woche Total-Abverkauf, dann schließen alle Niedermeyer-Filialen endgültig. Die Produkte sind vorerst um bis auf die Hälfte verbilligt, wobei es bis zum Ende der Woche noch weiter billiger werden dürfte.                                                   Bild: © Screenshot niedermeyer.at

(03.06.2013) Die im Jahr 1957 von Helmut Niedermeyer gegründete Foto-Einzelhandelsfirma "Niedermeyer", die sich letztlich zu einer der größten Fotoketten Österreichs entwickelt hatte, ist nun nach mehreren Verkäufen, Umstrukturierungen und Neuausrichtungen - bis heute zum Handel mit Elektronik- und Fotosachen im unteren bis mittleren Preissegment - nicht mehr weiter überlebensfähig und wird nun im Eilzugstempo geschlossen. Vor einigen Wochen war noch die Rede davon, dass ein Teil der Filialen geschlossen wird. Nun wurde bekannt, dass alles geschlossen wird und alle Mitarbeiter bereits per Ende Mai gekündigt sein sollen. Heute startet ein massiver Abverkauf der Lagerbestände. Mit Preisnachlässen von 10 bis 50%, wobei eine weitere Verbilligung bis zum Ende der Woche zu erwarten sein wird. Ende dieser Woche sollen dann alle Filialen endgültig gesperrt werden.

Helmut Niedermeyer hatte seine Geschäfte als wirkliche Fotofachgeschäfte geführt. Eine besondere Spezialität waren seinerzeit die besonders preiswerten Fotoprodukte aus dem ehemaligen Ostblock. Kiew, Zenith und Zorki - russische Nachbauten von Contax und Leica und Zenith als damals billigste Spiegelreflexkamera - bekam man bei Niedermeyer und konnte damit als ambitionierter Einsteiger sehr günstig robuste Fototechnik bekommen, die für den Preis erstaunliche Qualität geboten hatte. Genauso Fotolaborgeräte aus Polen und ebenfalls der Sowjetunion. Praktica aus der DDR bekam man nahezu in allen Fotogeschäften, aber diese besonderen Schmankerln grundsolider Technik waren eine Niedermeyer-Spezialität. Neben dem Standard-Angebot der hochwertiger Fototechnik.

In den 1980er-Jahren wurde die Fotohandelskette von seinem Sohn Christian Niedermeyer übernommen, der das Produktangebot - der Zeit entsprechend - auf Unterhaltungselektronik ausgeweitet hatte. In der Fototechnik gab es damals eine Phase der eher gedämpften technischen Weiterentwicklung, hier hatte sich in der Unterhaltungselektronik erheblich Attraktiveres getan. So hatte Christian Niedermeyer beispielsweise großen Aufwand getrieben und Erfolg damit gehabt, die Audio-CD in Österreich populär zu machen.

Schrittweise wurden dann die damaligen kleineren Fotoketten Foto-Pionier, Foto Nettig und Foto Herlango übernommen, wodurch dann der Niedermeyer-Konzern entstanden ist. Vater und Sohn Niedermeyer hatten das ganze Geschäft dann in den 1990er-Jahren an die Schweizer Firma Interdiscount verkauft. Dann ging es weiter mit T-Mobile und später noch von einem zum nächsten Geschäftemacher und Dampfplauderer - aka Investorengruppen und Restrukturierungs-Profis - bis Niedermeyer bis heute leider zu einem Ramschladen heruntergekommen war. Zuletzt war es Werner Weber von mbi Management-Beteiligungen & Investments GmbH. Die uneinbringlichen Außenstände sollen in der Größenordnung von 20 Mio. Euro liegen. Außer dem Wunsch nach Profit scheint es keinerlei Ideen oder Visionen gegeben zu haben.

Dass es auch anders geht, zeigen die in Österreich vor allem im 7. Bezirk in Wien konzentrierten extrem engagierten Foto-Fachhändler und - in Filialketten-Dimension - Robert Hartlauer.

Nachtrag am 07.06.2013: Nach einer diesbezüglichen Entscheidung des Konkursgerichts von gestern, werden nun acht Filialen auch noch länger geöffnet haben für den Abverkauf der noch verbliebenen Restware. Unter den acht Filialen sollen jedenfalls in Wien jene auf der Mariahilfer Straße, Rotenturmstraße, Meidlinger Hauptstraße und die im Donauzentrum sein. Die weiteren vier sollen dann auf der Website von Niedermeyer (www.niedermeyer.at) bekanntgegeben werden.

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1443:

Opera 15 von Grund auf neu, zielt auf breite Masse

(30.05.2013) Die Katze ist aus dem Sack. Bereits vor einigen Monaten hatte das Entwickler-Team des aus Norwegen kommenden Webbrowsers "Opera" eine Überarbeitung dieses Webbrowsers "from Scratch" - also von Grund auf - und vorerst mit der stark verbreiteten Rendering-Engine "Webkit" als Unterbau angekündigt (siehe Meldung vom 13.02.2013: Opera: Nächste Browser-Version mit Webkit und V8). Später soll dann die von Google aus Webkit weiterentwickelte Rendering-Engine "Blink" eingesetzt werden (siehe Meldung vom 04.04.2013: Google Chrome mit Blink statt Webkit, Opera auch). Die erste Vorversion davon wurde heute verfügbar gemacht. "praktiker" hat sich das eingehend angeschaut und berichtet hier kurz gefasst vorab: Opera 15 ist - wie es aktuell ausschaut - weitestgehend Google Chrome. Neues zur Handhabung sind "Stash", Speed-Dial-Buttons, die als Ordner weitere Speed-Dial-Buttons beinhalten und "Themes" mit Bildern über den gesamten Hintergrund.

Keine Bookmarks mehr, dafür "Stash" und weiterhin "Speed Dial"

Mit der - wesentlichsten neuen - Funktion "Stash" werden Webseiten, die man sich später noch anschauen möchte, in einem eigenen Tab geparkt. Beibehalten wurde die Startseite mit großen Buttons - sozusagen als besonders wichtige Lesezeichen - "Speed Dial". "Speed Dial" wurde zudem um die Möglichkeit erweitert, jeden Button auch als Ordner anzulegen hinter dem sich andere "Speed Dial"-Buttons befinden. Quasi im Tausch dafür sind aber die regulären Lesezeichen verschwunden. Wie es sich auch schon bei Windows 8 gezeigt hat, scheint man generell von einer zukünftig primären Bedienung von Computern über Touchscreen auszugehen.

Opera 15 schaut so aus wie Google Chrome, bietet eine diesem sehr verwandte Bedienlogik und bietet sogar noch weniger Einstellmöglichkeiten; man kann das auch als "übersichtlich" bezeichnen. Beispielsweise hat Google Chrome Lesezeichen, Opera aber eben nicht.

Tiefere Einstellungen erreicht man auch nicht über Eingabe von about:config im URL-Feld. Es werden damit nur das normale, recht magere Einstellungen-Menü aufgerufen. Jedenfalls in dieser Vorversion ist das so.

Künftig sollen Chrome-Erweiterungen mit Opera funktionieren

Die bisherigen Erweiterungen von Opera funktionieren mit der neuen Opera-Version nicht mehr. Hierfür wird nun die Chromium-Software-Schnittstelle eingesetzt. Erweiterungen für Google Chrome können jedenfalls vorläufig nicht vom Google Webstore installiert werden.

Opera hatte bereits in den letzten Monaten ihr Entwicklerteam stark reduziert. Die seinerzeit eingesetzte, von Opera selbst entwickelte Rendering-Engine "Presto" wird nun nicht mehr eingesetzt. Bei allen Vorzügen, die diese hatte, gab es aber bis zuletzt immer wieder Probleme, damit Webseiten korrekt anzuzeigen oder sie überhaupt anständig nutzen zu können. Opera war bislang ein Webbrowser für Power-User, die es für die dieser bietende Vorteile in Kauf genommen hatten, manche Webseiten eben über einen anderen Webbrowser zu nutzen.

Ein Browser wie fürs Smartphone am Desktop für anspruchslose User

Insgesamt zielt Opera mit sehr simpler - aber für diesen Zweck sehr gut durchdachter - Bedienung auf die breite Masse. Ihre bisherigen Anhänger - auch wenn Opera mit diesen über einen geringfügigen Marktanteil nie hinausgekommen ist - dürften jedenfalls vor den Kopf gestoßen sein. In den Kommentaren zum Blog des Opera Desktop Teams hagelt es jedenfalls Kritik (siehe Weblink am Ende dieser Meldung). Opera in der neuen Machart ist interessant, aber mit Opera hat es halt nichts mehr zu tun. Für die simple Nutzung von Webbrowsern gäbe es zudem bereits eine ziemlich große Auswahl.

Opera 15 ist also ein Schnitt zum bisherigen Opera-Browser, wie er gröber eigentlich nicht sein könnte. Opera war bislang sehr tiefgreifend konfigurierbar. Wenn man etwas für die Breite Masse machen wollte, hätte sich wohl auch die Möglichkeit zum Umschalten zwischen Simple- und Expert-Modus angeboten.

Opera nur noch Webbrowser - E-Mail-Client kommt separat

Die vorerst verfügbare Version von Opera 15 ist freilich eine frühe Vorversion. Sehr Vieles wird sich wohl noch ändern und dazukommen, aber die Tendenz dürfte schon erkennbar sein. Den bislang in Opera integrierten E-Mail-Client soll es künftig als separate Anwendung geben. Was mit den ebenfalls verschwundenen Funktionen für Newsgroups und IRC passiert ist noch nicht angekündigt. Opera selbst wird - lt. aktueller Ankündigungen des Entwicklerteams - jedenfalls fortan ausschließlich Webbrowser sein.

Für Android-Tablet-PCs gibt es bereits seit mehreren Wochen Opera in der bereits neuen Version mit der Rendering-Engine Webkit. Diese Version funktioniert sehr sauber, unterscheidet sich aber auch kaum von Google Chrome.

Bisherige Opera-User-Gemeinde ist nicht begeistert

Die ziemlich auf Opera eingeschworene User-Gemeinde - die dem Browser teilweise seit mehr als zehn Jahren wegen seiner besonderen Vorzüge für den Power-User schätzen - hätte sich wohl ganz Anderes erwartet. Nämlich Opera wie gewohnt, allerdings mit Webkit als Rendering-Engine. Dies hätte durchaus Vorteile in der Kompatibilität mit vielen komplexeren Webseiten gebracht und wurde daher ursprünglich mit großem Interesse erwartet.

Die letzte Version des Opera nach bisheriger "Bauart" dürfte die Version 12.15 bleiben, die seit 4. April verfügbar ist. Diese ist einigermaßen stabil. Ein weiteres Update des alten Opera dürfte es nun nicht mehr geben.

Opera Next 15 - "Next" ist die Zusatzbezeichnung für Vorversionen von Opera - ist herunterladbar vom Blog des Opera Desktop Team, wo sich zum Beitrag "Opera Next 15 update" vom 30. Mai 2013 die Kommentare der dort aktiven User-Gemeinde finden:

=>> my.opera.com/desktopteam/blog/

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1442:

Canon: 90 Mio. EF-Bajonett-Objektive produziert

[BILD] Canon-EOS-Objektivpalette - (c) CanonCanon bietet eine gewaltige Palette an Wechselobjektiven zu ihren EOS-Spiegelreflexkameras an. 90 Millionen wurden nun produziert seitdem die EOS-Kameraserie - und damit das EF-Bajonett - im Jahr 1987 entstanden ist.                     Bild: © Canon

(29.05.2013) Das Jubiläum für 80 Millionen produzierte Canon-EF-Objektive ist erst neun Monate her. Seitdem haben weitere zehn Millionen EF-Objektive die Canon-Werke verlassen und Canon feiert daher in diesen Tagen das 90-millionste produzierte EF-Wechselobjektiv.

Das EF-Bajonett ist in allererster Linie der Bajonettanschluss für die Canon-SLRs der aktuellen EOS-Serie. Diese wurde im Jahr 1987 geschaffen und mit ihr das EF-Bajonett, das auch den Übergang in das Digitalzeitalter mühelos mitgemacht hat. Im Jahr 1987 kam Autofocus in Mode und nach ein paar Versuchen mit Objektiven zum vorherigen SLR-Bajonett Canon-FD, in die Objektive Autofocus zu integrieren oder Kameras mit "OK"-Anzeige, wenn die Focussierung perfekt war wurde das SLR-System komplett neu überarbeitet und mit der EOS-Serie und dem EF-Bajonett herausgebracht.

Die große Sensation damals war der Ultraschall-Motor für den Autofocus, der extrem schnelles und geräuscharmes Focussieren ermöglicht hatte. Bis vor ein paar Jahren - bis die Patente dafür abgelaufen waren - hatte Canon diese bis heute ungeschlagene Technologie exklusiv.

Derzeit besteht die EF-Objektivpalette aus 80 Modellen. Das sind 71 "normale" EF-Objektive und 9 EF-Cinema-Objektive für die speziellen Anforderungen an Videoaufnahmen, was für Systemkameras allgemein ein wichtiges Anwendungsgebiet geworden ist.

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1441:
HIGHLIGHT IM "praktiker"-TESTLABOR

Nissin MG8000 Extreme: Systemblitz für Dauerfeuer

[BILD] Nissin MG8000 Extreme - (c) Felix WesselyNissin MG8000 Extreme ist ein Systemblitz, der in Ausführungen für Canon- und Nikon-Systemkameras verfügbar ist. Seine Besonderheit ist, dass er durch Lüftungsöffnungen und Einsatz hitzebeständiger Materialien auch für langdauernde rasche Blitzfolgen tauglich ist.                                 Bild: Felix Wessely

(27.05.2013) Nissin ist auch in unseren Breiten schon seit einigen Jahren bekannt als Hersteller von Systemblitzgeräten vor allem für Canon- und Nikon-SLRs. Bislang hatte es sich primär um billige Modelle mit dennoch sehr guter Leistung gehandelt. Mit dem Nissin MG8000 Extreme gibt es nun ein Systemblitzgerät - in Ausführungen für Canon oder Nikon - das eine ungewöhnliche Tauglichkeit für anhaltendes Serienblitzen hat. - "praktiker" hatte den Nissin MG8000 Extreme eingehend in der Ausführung für Canon getestet und berichtet hier kurzgefasst vorab.

Durch die zunehmend schneller werdenden Kameras mit extremer Serienbildfolge ist ein Blitzgerät, das diese auch durchhalten kann, eine wichtige Systemergänzung. Im besten Fall schalten hochwertige Systemblitzgeräte ab, wenn sie zu stark erhitzt sind um Schaden zu vermeiden. Das passiert bei diesem Blitz von Nissin nicht. Als Schutz vor Überhitzung und der entstehenden Erwärmung standzuhalten, gibt es Lüftungsschlitze, Keramik an sich stark erhitzenden Stellen und ein hitzebeständige Streuscheibe. Also auch wenn ein konventionelles - auch hochwertiges - Blitzgerät eine Zeit lang Dauerfeuer durchhält und sonst keinen Schaden nimmt, so verfärbt sich dabei zumindest das "Glas".

Leistungsumfang für anspruchsvolle Fotografen

Nissin MG8000 Extreme ist also als Systemblitzgerät für Canon und Nikon verfügbar und unterstützt dafür freilich die bei diesen Systemen angewandten TTL-Messverfahren Canon-E-TTL resp. Nikon-iTTL. Der Hauptreflektor ist um 90° nach links und um 180° nach rechts - also nach hinten - horizontal drehbar und nach oben um 90° hochklappbar. Weiters gibt es auch einen nach vorne abstrahlenden wahlweise zuschaltbaren Zweitblitz. Der Hauptreflektor ist einstellbar auf einen Abstrahlwinkel für Objektive mit Brennweite 24mm bis 105mm bei Kleinbild resp. stellt sich automatisch motorisch über die Kamera bei Verwendung von Systemobjektiven.

Eine zusätzlich vorhandene Wireless-TTL-Funktion erlaubt das Auslösen mit Lichtmengendosierung von weiteren Blitzgeräten. Eben auch für vollautomatische Blitzbelichtung. Solcherart kann bekanntlich sehr einfach unterwegs Blitzlicht in Studioqualität errichtet werden. Dafür lässt sich der MG8000 als "Master" oder "Slave" einstellen.

Die Stroboskop-Funktion - beispielsweise für Langzeitaufnahmen in denen eine Bewegung in mehreren Phasen auf einem Bild gezeigt werden soll - lässt sich in einem weiten Bereich einstellen hinsichtlich Frequenz bis 90Hz und Anzahl der Blitze per Auslösung.

Neben TTL-Steuerung gibt es auch die Modi Manuell und AV. Bei Manuell ist die Leuchtdauer im Bereich von 1/128 bis voll in feinen 1/3-EV-Schritten einstellbar. Bei Einstellung auf AV wird das vom Objekt reflektierte Licht über einen Sensor im Blitzgerät gemessen und so die Einstellung entsprechend der eingestellten Blende und ISO-Empfindlichkeit gesteuert. Interessant ist, dass man dabei zwar die Blende einstellen kann aber nicht die ISO-Empfindlichkeit. Beides wird sowieso von der Kamera übernommen. Sowohl bei Einstellung auf AV als auch auf Manuell wird auch die maximale Reichweite in Metern angegeben. Bei Einstellung auf Manuell ist dies freilich abhängig von der eingestellen Blitzdauer.

Display im Ruhezustand nicht ablesbar

Die Bedienung erfolgt über ein Menü auf der Rückseite über Cursortasten mit Mitteltaste. Als Besonderheit dreht sich die Anzeige automatisch entsprechend der Lage des Blitzgeräts. Der Lagesensor dafür ist im Blitzgerät selbst.

Nicht optimal allerdings ist, dass es sich dabei um ein normales Farbdisplay handelt. Sobald sich das Display also in den Ruhemodus schaltet, sieht man nichts mehr. Die Zeitspanne, bis es sich in den Ruhemodus schaltet ist nur wenige Sekunden und nicht einstellbar. Obwohl das Display sofort wieder sichtbar wird sobald man irgendeine Taste - auch an der Kamera betätigt - wäre also ein teilreflektierendes Display, das auch ohne Hinterleuchtung sichtbar bleibt besser. Oder auch einfach monochrom. Die Abschaltung des Displays ist allerdings die einzige im Test entdeckte Schwachstelle.

Die Zeitspanne bis zum Abschalten in den Ruhemodus für das gesamte Blitzgerät ist übrigens einstellbar.

Solider Blitzschuh aus Metall und zusätzlicher X-Kontakt

Der Blitzschuh ist aus Metall und als solcher freilich sehr solide. Eine Sollbruchstelle gibt es aber - keine Sorge -, nur weiter oberhalb des Sockels. Freilich muss ein Blitzgerät eine solche Sollbruchstelle beim Sockel aufweisen. Nämlich für den Fall, dass die Kamera samt Blitzgerät auf den Boden fällt. Auch wenn das nicht passieren darf, kann es doch passieren und dann sollte man zumindest nicht ohne Kamera dastehen.

Wenn in einem solchen Fall nicht der Sockel des Blitzgerätes bricht, dann wird der Bereich rund um den Blitzschuh aus der Kamera herausgebrochen oder zumindest stark beschädigt. Normalerweise ist diese Sollbruchstelle - ganz simpel - ein Blitzschuh aus Kunststoff, der eben nicht sehr viel aushält und daher auch bei kleineren Stößen als das Herunterfallen der Kamera ausreissen kann. Diese aufwendigere Lösung ist besser und entspricht auch dem wie heute die hochwertigen Blitzgeräte von Kameraherstellern ausgeführt sind.

Außer dem normalen Blitzschuh mit den Systemkontakten für entweder Canon oder Nikon gibt es auch einen konventionellen X-Kontakt; beispielsweise für die Verwendung in Verbindung mit Funkauslösern.

Angaben zur Leitzahl können Laien irritieren, aber niemand kann zaubern

Der Nissin MG8000 Extreme bietet eine der Größenklasse entsprechende Leuchtstärke, die vom Hersteller mit LZ 60 bei 105mm Brennweite angegeben ist. Wie der Praktiker weiß, kann bei Blitzgeräten niemand zaubern. Die Lichtausbeute hat sich zumindest in den letzten 30 Jahren nicht verändert. Das größtmögliche Modell, das noch oben auf die Kamera aufsteckbar ist und typischerweise - wie auch hier - aus vier Mignonzellen gespeist wird, erbringt eine bestimmte Leuchtstärke. Doppelt soviel Licht bedeutet fast doppelt so viel Platz für Elko und mindestens sechs Mignon-Zellen. Das ist dann ein Stab-Blitzgerät, das passt nicht mehr auf eine Kamera.

Höhere Werte bekommt man, wenn man das bei der Telestellung des Reflektors misst oder die ISO-Empfindlichkeit höher anlegt. Früher bezeichnete man das als Leitzahl 36 bei Ausleuchtwinkel für 35-mm-Kleinbildobjektiv und ISO 100. Heute misst man lediglich kreativer. Die höhere Leitzahl hat man selbstverständlich tatsächlich; allerdings - wie in diesem Fall - nur in der maximalen Telestellung des Reflektors.

Durchaus fast in der Preisklasse wie vom Kamerahersteller, bietet aber mehr

Der Preis für den Nissin MG8000 Extreme liegt - als Empfehlung des Herstellers - in der Größenordnung von 450 EUR. Damit liegt er nicht sehr gravierend unter den Blitzgeräten des jeweiligen Kameraherstellers, bietet dafür aber eben einige Besonderheiten. Im Lieferumfang dabei sind eine Bereitschaftstasche, eine Weitwinkel-Streuscheibe und ein Sockel um das Blitzgerät als Servoblitz positionieren zu können.

Als Zubehör gibt es ein Akkupack zum Umhängen für besonders kurze Ladezeiten und längere Ausdauer ohne Wechseln der Akkus. Ins Blitzgerät selbst gehören vier Mignon-Zellen, die sinnvollerweise freilich aufladbare Typen sein sollten. Nicht nur wegen der besseren Wirtschaftlichkeit, sondern weil NiMH-Akkus durch ihren erheblich kleineren Innenwiderstand höhere Ströme abgeben können und daher die Nachladedauer gravierend kürzer ist als bei Einweg-Zellen Alkali-Mangan.

Batteriehalter für Mignon-Zellen ermöglicht blitzschnellen Tausch

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass es für die Mignonzellen einen eigenen Batteriehalter gibt. Vor allem dann, wenn man sehr viel mit Blitz fotografiert und häufiger wechseln muss, funktioniert das freilich erheblich schneller, wenn man bereits mit frisch geladenen Zellen bestückte Batteriehalter bereit hat.

Diese Batteriehalter gibt es für diesen Zweck auch als Zubehör. Der externe Akku ist wohl primär für sehr extreme Anforderungen. Die aktuellen NiMH-Akkus halten - auch durch stromsparende Schaltungstechnik des MG8000 - sowieso sehr lange durch.

Der Nissin MG8000 ist eine perfekte Wahl für alle jene, die länger dauernde Serienbildfolgen mit Blitz machen müssen. Dafür ist er einerseits geschützt vor Überhitzung - resp. kann ihm hohe Hitze nichts anhaben - und auch die Nachladezeiten sind optimal kurz; je nach Akku resp. Art der Stromversorgung. Die Fertigungsqualität ist bemerkenswert hoch. Die Farbtemperatur bleibt in allen Situationen - auch dann, wenn noch keine Bereitschaft angezeigt wird, aber bereits geblitzt werden kann - immer konstant, was ein zusätzliches wichtiges Qualitätskriterum bei Blitzgeräten ist. Ein Display, das alle Einstellungen auf einen Blick und auch ständig zeigt, wäre ein offener Wunsch.

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ITM praktiker [www.praktiker.at] - MELDUNG Nr. 1440:

Olympus E-P5: Pen-F-Hommage mit WLAN, QR-Trick

[BILD] Die neue Olympus Pen E-P5 - hier im Bild... - (c) Felix WesselyDie neue Olympus Pen E-P5 - hier im Bild mit dem M.Zuiko Digital ED 75mm 1:1,8, das nun auch in Schwarz erhältlich wird - bietet neben WLAN viel von der Technik der OM-D E-M5 und hat ein gravierend verbessertes Bedienkonzept.                                 Bild: Felix Wessely

(15.05.2013) Mit der Pen E-P1 hatte Olympus vor vier Jahren die Retro-Welle bei Kameras so richtig ins Rollen gebracht. Sie war eine Fortführung der Pen-Serie fünfzig Jahre davor. Das neue Spitzenmodell dieser neuen Pen-Serie ist nun die Pen E-P5 und sie ist an die Pen-F angelehnt. Sie wurde kürzlich in Berlin vorgestellt und wird Ende Juni erhältlich werden. - "praktiker" konnte in Berlin ein Vorserien-Exemplar der E-P5 ausprobieren und berichtet hier kurzgefasst vorab.

Aus den alten Zeiten herübergerettet wurde lediglich die feinmechanisch solide Verarbeitungsqualität unter großzügigem Einsatz von Metall, und Haptik. Außer dem Schlitzverschluss ist nicht wirklich viel an Mechanik drinnen, aber es ist gelungen, das so zu empfinden. Überhaupt nicht Retro hingegen sind WLAN-Schnittstelle, ein neuer separat erhältlicher Okular-Sucher mit 2,36 Mpx Subpixel, Sensor und Bildaufbereitung sowie den 5-Achsen-Bildstabilisator der OM-D E-M5 und speziell für Makro-Fotografen gibt es ein mit "Superspot" ein extra enges Focussierfeld. Beim Bildstabilisator wird zudem ein beabsichtigter Schwenk recht treffsicher erkannt und dann wird die eine Achse ignoriert. Die ISO-Empfindlichkeit ist auf bis zu ISO 25600 einstellbar. Hier sind - da selber Sensortyp und selber Bildprocessor TruePic IV - die selben sehr guten Ergebnisse zu erwarten wie bei der OM-D E-M5 (siehe Meldung vom 17.02.2012: Olympus OM-D E-M5: Micro-FourThirds ist angekommen).

[BILD] Olympus Pen-F - (c) Felix Wessely
Bild: Felix Wessely Hier zum Vergleich mit der E-P5, die Pen-F: Die Ähnlichkeit liegt primär in der für die Pen charakteristischen Abrundung an den Seiten. Die Pen-F wurde 1963 bis 1966 gebaut. Sie ist eine Halbformat-Spiegelreflexkamera.

Die E-P5 ist derzeit die einzige spiegellose Systemkamera mit einem Schlitzverschluss mit 1/8000s. Die kürzeste Blitzsynchronzeit ist mit 1/250s ebenfalls entsprechend kurz. Interessant ist, dass für den integrierten Blitz eine Blitzsnychronzeit von 1/320s möglich ist.

Sauberes Gehäusedesign, Schrauben nur auf der Unterseite

Bei der E-P5 hat man sich nicht nur deutlich erkennbar viele Gedanken um eine weitere Optimierung der Bedienung gemacht, sondern treibt auch hohen Aufwand beim Gehäuse. Es gibt beispielsweise keine Schrauben zu sehen; nur auf der Unterseite sind welche. Das Blitzgerät wird - wie bereits auch bei der E-P3 - aus der Oberseite des Gehäuses ausgefahren und schließt im Ruhezustand bündig ab. Neu ist nun auch ein Klappdisplay. Dieses konnte so dünn gemacht werden, dass es komplett bündig mit dem Gehäuse abschließt. Im Ruhezustand sieht man nicht, dass es sich um ein Klappdisplay handelt.

Leider nicht so großartig beim Gehäuse ist, dass der Handgriff nun nicht mehr wechselbar ist. Es wird Varianten mit Holzgriff geben als Wahlmöglichkeit. Bei den letzten vorigen Pen-Modellen konnten größere und kleinere Handgriffe gewählt und einfach montiert werden. Der Grund für diese Änderung soll darin liegen, dass nun der Griff die Gehäuseabdeckung für die Öffnung für die WLAN-Antenne ist. Ein wechselbarer Griff, der auch die Antenne enthält und beim Montieren den Kontakt herstellt wäre vielleicht eine Lösung für das nächste Modell.

Film aus Intervallaufnahmen und Ruhemodus zwischen Intervallaufnahmen

Eine der sehr interessanten Funktionen ist, dass aus Foto-Einzelaufnahmen - resp. Intervallaufnahmen - ein Film erzeugt werden kann; innerhalb der Kamera, wohlgemerkt. Beispielsweise für Zeitraffer-Aufnahmen. Generell kann die E-P5 auch automatisch gesteuerte Intervall-Aufnahmen machen. Bemerkenswert dabei ist, dass die Kamera nach jeder Aufnahme in einen Ruhemodus schaltet und sich kurz vor der nächsten Aufnahme wieder einschaltet. Das ist wichtig für alle Aufnahmen, die über einen längeren Zeitraum und ohne externe Stromversorgung laufen.

Zwei Rändel-Einstellräder mit umschaltbarer Funktion

Etwas, das wohl bei vielen Fotografen sehr gut ankommen wird ist, dass die E-P5 nun zwei Rändel-Einstellräder hat. Eines für den Daumen oben an der Rückseite und eines an der Front direkt beim Haupt-Auslöser. Also so wie es bei großen Systemkameras üblich ist. Man kann dann also zwei Funktionen gleichzeitig bedienen. Damit das sogar noch besser werden kann, gibt es zusätzlich einen leicht mit dem Daumen greifbaren Umschalthebel. Mit diesem wird die Funktion der beiden Rändel-Einstellräder umgeschaltet.

[BILD] Olympus E-P5, Umschalthebel für Funktion der Einstellräder - (c) Felix Wessely
Bild: Felix Wessely Der Umschalthebel am Video-Auslöser für die wählbare Funktion der Einstellräder; mit den Positionen 1 und 2.

Die Funktionen können individuell belegt werden. So beispielsweise in Normalstellung 1: vorne: Blende, hinten: Zeit und in Stellung 2: vorne: Weißabgleich, hinten: ISO-Empfindlichkeit. Wie man das selbst mag. Das ist daher eine großartige Sache. Man kommt eben heute mit zwei wichtigen Einstellrädern nicht zurecht. Der Hebel ist blitzschnell umgeschaltet und man gewöhnt sich sehr schnell daran.

Eine kleine, aber vielleicht für manche Fotografen wichtige Neuerung im Detail ist die nun hinzugekommene Möglichkeit, dass auch Bracketing einer Funktionstaste zugeordnet werden kann.

Anmeldung zur WLAN-Verbindung über Einlesen von QR-Code über Smartphone, Tablet

Die WLAN-Schnittstelle an hochwertigeren Kameras dürfte sich nun zum Standardfeature entwickeln. Die WLAN-Schnittstelle wird einerseits genutzt um die Bilddaten zu einem Smartphone oder Tablet-Computer zu übertragen und andererseits um die Kamera über ein Smartphone oder Tablet-Computer zu fernzusteuern.

Zur Nutzung der WLAN-Funktionen der E-P5 mit iOS- oder Android-Smartphones und -Tablets gibt es die allgemein für mit WLAN-Funktion ausgestattete Olympus-Kameras passenden Apps "OI.Share" (siehe oishare.olympus-imaging.com: iOS-/ Android-App OI.Share - Teilen Sie Ihre Lieblingsbilder). Für dazugekommene Funktionen der E-P5 soll bis zum Erscheinen der E-P2 die Version 2 von OI.Share verfügbar sein.

Damit Geräte untereinander über ein gesichertes WLAN verbunden werden können, muss erst eine Anmeldung mit Passwort erfolgen. Um das zu vereinfachen, zeigt die E-P5 auf ihrem Display einen QR-Code an. Dieser wird einfach von der Kamera des Smartphones oder Tablets eingelesen und damit wird die Verbindung sofort - ohne sonstige Eingriffe - hergestellt. Das ist wohl eine sehr interessante, verblüffend einfache Lösung.

Es können gleichzeitig bis zu vier Geräte mit der E-P5 verbunden werden. Die Bilder können über die verbundenen Geräte von der Kamera heruntergeladen werden. Weiters gibt es eine Ordner-Share-Funktion, damit Bilder auf Wunsch auch privat gehalten werden können. Ansonsten kann freilich jedes angebundene Smartphone oder Tablet auf alle Bilder zugreifen.

Fernbedienung mit Sucherbild am Smartphone

Eine weitere Funktion der App ist die Fernbedienung der E-P5. Dafür sieht man am Gerät das Sucherbild und die Focussierung erfolgt dann normal beim Auslösen über das Smartphone oder Tablet. Zoomen ist derzeit nicht möglich; auch nicht mit Objektiven mit Motorzoom. Neben zahlreichen anderen gut durchdachten Details gibt es auch eine Selbstauslöser-Funktion für die Auslösung vom Smartphone aus - also Zeitverzögerung -, damit man Zeit genug hat, das Smartphone aus der Hand zu legen.

Ganz allgemein ist die WLAN-Schnittstelle in Verbindung mit der App dazu eine sehr wertvolle Ergänzung, die wohl jeder brauchen kann, der ein Smartphone oder Tablet hat. Auch wenn man die Bilder nicht übertragen will, dann ist aber sicherlich die Möglichkeit der Fernbedienung samt Sucherbild äußerst attraktiv. Das ermöglich beispielsweise auch dann noch Aufnahmen, wenn ein Klappsucher nicht ausreicht um Aufnahmen aus extremer Perspektive - und sowieso auch aus größerer Entfernung zur Kamera - unter Kontrolle zu halten.

Die Olympus Pen E-P5 soll Ende Juni in den Farbvarianten Schwarz, Silber und Weiß erhältlich werden. Der Preis für das Gehäuse soll bei knapp 1000 EUR liegen. Die Variante mit Holzgriff soll 100 EUR mehr kosten.

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